Insekt des Monats: Die Feldblattwespe

Die Feldblattwespe gehört zu den seltenen Insekten, die an unserem Gemüse fressen und dennoch nicht als Konkurrenz angesehen werden. Ihre Nahrungspflanze wuchert nämlich heutzutage so ungebändigt durch die Gärten, dass wir mit dem Futtern gar nicht hinterherkommen: Giersch. Alles andere schmeckt ihr nicht, egal wie lecker wir es finden mögen.

Sprechen wir bei Blattwespen von Nahrungspflanzen, geht es allerdings stets nur um die Ernährung der Larven, also der jugendlichen Blattwespen. Diese sehen Schmetterlingsraupen erstaunlich ähnlich, haben aber nicht mehr mit ihnen zu tun, als dass sie ebenfalls Insekten sind. Hat eine Feldblattwespenlarve sich an Gierschblättern dick und rund gefressen, muss sie sich aus ihrer Haut – dem Exoskelett – befreien, um wachsen zu können, solang die neue Haut noch weich ist. Danach wird weitergefressen und es folgt die nächste Häutung und die nächste, bis die Larve nicht mehr weiterwächst und sich im Herbst in den Erdboden zurückzieht. Hier überwintert sie in einem lockeren Kokon und verpuppt sich, sobald es wieder wärmer wird. Schließlich schlüpft eine Feldblattwespe, die sich – wie wir es von Schmetterlingen kennen – vollkommen verwandelt hat.

 

Die adulten Tiere ernähren sich nun ebenfalls von Giersch, allerdings nicht von den Blättern, sondern von Nektar und Pollen. Dabei sind die erwachsenen Blattwespen keineswegs auf den von den meisten Menschen aufgrund seiner Wucherkraft gefürchteten Doldenblütler spezialisiert – auch andere Blüten werden besucht und ab und zu wird auch mal ein kleines Insekt verspeist. Blattwespen besitzen keinen Wehrstachel und auch keine Giftdrüsen – sie sind nahezu wehrlos. Viele Arten schützen sich aber vor Vögeln, indem sie wehrhafte Insekten nachahmen. Die Feldblattwespe erinnert dabei an eine der größeren Schlupfwespen, deren Weibchen sich durchaus gegen Fressfeinde verteidigen können. Zu finden sind Feldblattwespen trotz ihres Namens weniger auf Feldern als in Gärten, an Knicks und an Waldrändern, an denen die Nahrung der Larven wächst. Zu verwechseln ist die Art mit den leuchtend-orangen Fühlern und dem orange-schwarzen Hinterleib kaum mit einem anderen Insekt. Verunsicherung ruft höchstens die Färbung des Brustrückens hervor – diese ist variabel und reicht von ganz schwarz bis ganz rot.

Während die Flugzeit von Anfang Mai bis in den August hineinreicht, können die Larven etwas versetzt von Juni bis September gefunden werden, was jedoch aufgrund ihrer gedeckten Färbung nicht leicht ist. Die erwachsenen Blattwespen sind aufgrund ihrer Größe und der leuchtenden Färbung kaum zu übersehen – vielleicht triffst du sie schon morgen bei der Gierschernte!