Blaugrüne Mosaikjungfer Aeshna cyanea (O.F. Müller, 1764)

Die Blaugrüne Mosaikjungfer ist mit 6,5 bis 7,5 cm Gesamtlänge eine relativ große Mosaikjungfer. Die Grundfärbung ist braun bis schwarz mit breiten hellgrünen Streifen auf der Brust und zwei großen ovalen grünen Flecken oben auf der Vorderbrust. Oben auf dem zweiten Hinterleibsabschnitt befindet sich ein gelber oder grüner nagelförmiger Fleck. Bei den Männchen weist der Hinterleib blaue und grüne Flecken auf. Diese Flecken sind bei den Weibchen grün. Die Art unterscheidet sich von der Grünen Mosaikjungfer durch die breiteren dunklen Brustnähte, die dort nur dünn sind. Außerdem hat die Grüne Mosaikjungfer ein charakteristisches Muster auf dem zweiten Hinterleibsabschnitt, das nicht nagelförmig ist. Die ebenfalls ähnliche Große Königslibelle hat einen komplett blauen bzw. grünen Hinterleib ohne Mosaikflecken, aber mit dunklem gezacktem Band.

Landesweit ist die Blaugrüne Mosaikjungfer die dritthäufigste Großlibelle und häufigste Art der Gattung. Es liegen Nachweise aus allen Landesteilen vor, lediglich in der Marsch, Angeln und Schwansen sowie in Teilen Ostholsteins ist die Art seltener.

Nach einer Larvalentwicklung von ein bis zwei Jahren schlüpft die Blaugrüne Mosaikjungfer ab Anfang Juni und kann bis Anfang November beobachtet werden. Die Haupflugzeit erstreckt sich von Juli bis September. Junge Tiere verbringen die Reifungsperiode oft weit entfernt von den Entwicklungsgewässern. In dieser Zeit, aber auch später, jagen sie gerne abseits von Gewässern in halbschattigen Bereichen auf Lichtungen oder entlang von Waldwegen, an Waldrändern oder im Bereich von Knicks oder Hecken. Zwischendurch sitzen sie an Büschen, Bäumen oder Hochstauden an sonnigen, windgeschützten Stellen. Die Männchen bilden an den Gewässern in ihrem Aktivitätsbereich zeitlich begrenzt Reviere aus, die sie im Flug überwachen. An kleinen Gewässern nimmt meist nur ein Männchen das gesamte Territorium ein und wechselt sich immer wieder mit anderen Männchen ab. Die Verweildauer pro Gewässer nimmt mit zunehmender Männchendichte ab. Die Paarung wird am Wasser eingeleitet und nach kurzem Flug in der Ufervegetation fortgesetzt. Die Weibchen legen die Eier ohne Begleitung durch das Männchen in den feuchten Boden, in Moos, faulendes Holz oder verrottende Pflanzenteile im Uferbereich nahe der Wasserlinie.

Die Blaugrüne Mosaikjungfer bevorzugt kleine Stillgewässer, auch künstlich angelegte Gewässer in städtisch oder dörflich geprägter Umgebung werden besiedelt. So ist sie eine typische Art an Gartenteichen. Optimal sind sumpfige, vegetationsarme bis -freie Waldgewässer. Die Larven halten sich am Gewässergrund oder in den Pflanzenbeständen der Fortpflanzungsgewässer auf.

Die Blaugrüne Mosaikjungfer ist in Schleswig-Holstein nicht gefährdet.

Blaugrüne Mosaikjungfer
Aeshna cyanea
© Andreas Eichler
Körperlänge18 mm
Vorderflügellänge 22 mm
Länge Larven3cm
Exemplare in S-H250.000
Alter MAX3 Wochen
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Literatur

  • ARBEITSKREIS LIBELLEN SCHLESWIG-HOLSTEIN (Hrsg.) (2015): Die Libellen Schleswig-Holsteins. – Natur + Text, Rangsdorf, 544 S.
  • BROCHARD, C.; D. GROENENDIJK; E. VAN DEN PLOEG & T. TERMAAT (2012): Fotogids Larvenhuijes von Libellen. – KNNV Uitgeverij, Zeist.
  • BROCKHAUS, T.; H.-J. ROLAND; T. BENKEN; K.-J. CONZE; A. GÜNTHER; K.G. LEIPELT; M. LOHR; A. MARTENS; R. MAUERSBERGER; J. OTT; F. SUHLING; F. WEIHRAUCH & C. WILLIGALLA (Ed.) (2015): Atlas der Libellen Deutschlands. – Libellula Supplement 14.
  • KAISER, H. (1974a): Verhaltensgefüge und Temporialverhalten der Libelle Aeshna cyanea (Odonata). – Zeitschrift für Tierpsychologie 34, 398-429.
  • KAISER, H. (1974b): Die Regelung der Individuendichte bei Libellenmännchen (Aeshna cyanea, Odonata). Eine Analyse mit systemtheoretischem Ansatz. – Oecologia 14, 53-74.
  • KAISER, H. (1974c): Die tägliche Paarungsbereitschaft in Abhängigkeit von der Populationsdichte bei den Männchen der Libelle Aeshna cyanea (Odonata). – Oecologia 14, 375-387.
  • PETERS, G. (2006): Die Edelibellen Europas. – Neue Brehm-Bücherei Bd. 585; VerlagsKG Wolf, Magdeburg.

Bildmaterial:


Text: A. Bruens, Fotos: A. Eichler