Suchauftrag des Monats: der Nagelfleck.

Der Nagelfleck zählt zu den Nachtfaltern, doch sind die Männchen vorwiegend bei Sonnenschein aktiv.
Die Art besiedelt bei uns vor allem Buchenwälder mit großen, alten Buchen, die im Frühjahr noch warm und lichtdurchflutet sind. Die Flugzeit beginnt mit dem Austrieb des Buchenlaubs, je nach Witterungsverlauf also Ende April bis Anfang Mai. Sie dauert nur kurz bis etwa Ende Mai, da die Falter keine Nahrung mehr aufnehmen und von den Fettvorräten leben, die sie als Raupe aufgebaut haben. Der einzelne Falter lebt deshalb nur wenig Tage und erscheint letztlich nur zur Fortpflanzung.
In diesem Jahr hat die Flugzeit nun gerade begonnen und wer im Buchenwald einen auffällig großen braunen Falter im wilden Zickzackflug rastlos zwischen den Baumstämmen durchhuschen sieht, hat sicher ein Männchen des Nagelflecks auf der Suche nach einem Weibchen gesehen. Diese bleiben nach dem Schlupf meist verborgen am Fuß der Bäume sitzen und locken die Männchen mithilfe spezieller Lockstoffe an. Die Männchen können diese Pheromone mit ihren großen Fühlern über weite Entfernungen wahrnehmen und die Quelle zielsicher anfliegen.
Aufgrund der kurzen Flugzeit bei Sonnenschein ist die Verbreitung des Nagelflecks in Schleswig-Holstein und Hamburg nur ungenügend dokumentiert, weshalb wir uns über die Mitteilung von Beobachtungen sehr freuen. Von den schnellen Fliegern wird man allerdings kaum ein Foto machen können.

Nagelfleck Aglia tau (Linnaeus, 1758)

Die großen orangebraunen Falter sind aufgrund der deutlichen schwarzblauen Augenflecke auf jedem Flügel unverwechselbar. Die Form des weißen Kerns der Augenflecke erinnert an die Seitenansicht eines Nagels.

Sowohl im Hügelland als auch auf der Geest verbreitet. In der Marsch und auf den Nordseeinseln fehlend.

Die tagaktiven Männchen fliegen zur Zeit des Buchenaustriebs im Mai bei Sonnenschein in einem wilden Zickzackflug auf der Suche nach Weibchen umher. Diese sitzen tagsüber am Fuß von Baumstämmen, meist Buchen, und locken die Männchen mit Hilfe von Pheromonen an.

Die Raupen leben an Laubbäumen, bevorzugt an Rotbuche.

Eine reine Waldart, die entsprechend in Buchen- und Mischwäldern vorkommt. Die Männchen fliegen auch am Waldrand entlang. Der Nagelfleck kommt vor allem in Altbeständen vor und fehlt dementsprechend Aufforstungen und Schonungen.

In den meisten älteren Buchenwäldern zu finden und deshalb nicht gefährdet.

Nagelfleck
Aglia tau
© D. Kolligs
Männchen
Körperlänge18 mm
Vorderflügellänge 22 mm
Länge Larven3cm
Exemplare in S-H250.000
Alter MAX3 Wochen
Quartettspiel bestellen