Grüne Mosaikjungfer Aeshna viridis (Eversmann, 1836)

Die Grüne Mosaikjungfer weist eine Körperlänge von 6,5 bis 7,5 cm auf. Die Flügel sind im Vergleich zur Körperlänge etwas kürzer als bei den anderen Mosaikjungfern. Die Brustseiten sind grün mit dünnen dunklen Nahtstreifen und breiten grünen Schulterstreifen. Die Augen der Männchen sind blau-grün, der Hinterleib mosaikartig hellblau-schwarz gefärbt. Auf dem zweiten Hinterleibssegment befindet sich ein dunkles Muster in Form von zwei liegenden, nach außen geöffneten U. Die Augen der Weibchen sind grün-gelb, der Hinterleib mosaikartig grün-braun gefärbt. Das dunkle Muster auf dem zweiten Hinterleibssegment hat die Form eines „Doppelschirms“. Die Art unterscheidet sich von der Blaugrünen Mosaikjungfer durch ihre dünnen schwarzen Brustnähte, die dort deutlich breiter sind. Außerdem hat die Blaugrüne Mosaikjungfer gelben oder grünen nagelförmigen Fleck auf dem zweiten Hinterleibsabschnitt und kein besonderes Muster wie oben beschrieben. Die ebenfalls ähnliche Große Königslibelle hat einen komplett blauen bzw. grünen Hinterleib ohne Mosaikflecken, aber mit dunklem gezacktem Band.

Die Grüne Mosaikjungfer ist bei uns zum einen in den Geestrandsenken im Übergang zur Marsch häufiger, zum anderen im gewässerreichen östlichen Hügelland stellenweise verbreitet.

Die relativ lange Flugzeit erstreckt sich vom Schlupfbeginn Mitte Juni bis Ende September. Die Hauptflugzeit beginnt Anfang Juli und endet im August. In der Reifungsphase entfernen sich die Jungtiere oft weit vom Entwicklungsgewässer. Sie fliegen sowohl in den frühen Morgenstunden vor Sonnenaufgang als auch in der späten Abenddämmerung (vor Sonnenaufgang bzw. nach Sonnenuntergang). Geschlechtsreife Männchen patrouillieren in einer Höhe von zwei bis vier Metern über den Krebsscherenbeständen der Fortpflanzungsgewässer, verhalten sich aber nicht territorial. Die Paarung erfolgt vor allem in den frühen Morgenstunden (bereits kurz vor Sonnenaufgang), seltener nachmittags. Sie beginnt entweder über der Wasserfläche und wird an Land fortgesetzt oder findet komplett in der landseitigen dichten Vegetation statt und kann mehrere Stunden dauern. Die Weibchen legen die Eier ohne Begleitung durch das Männchen in Krebsscherenpflanzen, nur ausnahmsweise wurde die Eiablage in andere Pflanzen wie Torfmoose, Igelkolben, Schachtelhalm oder Rohrkolben beobachtet.

Die Grüne Mosaikjungfer nutzt ein breites Spektrum an Gewässern, wie langsam fließende Bäche, Gräben, Kleingewässer, Weiher, Seen, aber auch Moore, technische Gewässer und Abbaugruben. Voraussetzung ist das Vorhandensein eines ausreichend großen Krebsscherenbestands, da die Weibchen ihre Eier fast ausschließlich in diese Pflanzen ablegen. Die Larven halten sich in den Blattrosetten der Krebsscherenpflanzen auf, wo sie gut geschützt gegenüber Fressfeinden sind.

Die Grüne Mosaikjungfer ist in Schleswig-Holstein stark gefährdet aufgrund des Rückgangs der Krebsscherenbestände durch absichtliches Entfernen, unsachgemäße Gewässerunterhaltung, Änderung der Nährstoffverhältnisse und Bisamfraß.

Grüne Mosaikjungfer
Aeshna viridis
© Angela Bruens
Körperlänge18 mm
Vorderflügellänge 22 mm
Länge Larven3cm
Exemplare in S-H250.000
Alter MAX3 Wochen
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Literatur

  • ARBEITSKREIS LIBELLEN SCHLESWIG-HOLSTEIN (Hrsg.) (2015): Die Libellen Schleswig-Holsteins. - Natur + Text, Rangsdorf, 544 S. 
  • BROCHARD, C.; D. GROENENDIJK; E. VAN DEN PLOEG & T. TERMAAT (2012): Fotogids Larvenhuidjes van Libellen. – KNNV Uitgeverij, Zeist. 
  • BROCKHAUS, T.; H.-J. ROLAND; T. BENKEN; K.-J. CONZE; A. GÜNTHER; K.G. LEIPELT; M. LOHR; A. MARTENS; R. MAUERSBERGER; J. OTT; F. SUHLING; F. WEIHRAUCH & C. WILLIGALLA (Ed.) (2015): Atlas der Libellen Deutschlands. - Libellula Supplement 14. 
  • DIJKSTRA, K.-D. B. / SCHRÖTER, A. (Ed.) (2021): Libellen Europas. Ein Bestimmungsführer. – Haupt-Verlag, Bern. (überarbeitete Neuauflage) 
  • PETERS, G. (2006): Die Edelibellen Europas. -  Neue Brehm-Bücherei Bd. 585; VerlagsKG Wolf, Magdeburg. 
  • WILDERMUTH. H. & A. MARTENS (2019): Die Libellen Europas. Alle Arten von den Azoren bis zum Ural im Porträt. – Quelle & Meyer, Wiebelsheim.

Bildmaterial:


Text: A.Bruens, Foto: F. Böhringer