Feldgrille Gryllus campestris Linnaeus, 1758

Die ca. 18 bis 28 mm große Feldgrille besitzt einen breiten, rundlichen Körper. Die Grundfärbung ist schwarz, wobei die Basis der Flügel (vor allem beim Männchen) gelblich und die Hinterschenkel auf der Unterseite rötlich gefärbt sind. Weibchen besitzen eine Legeröhre. Die mit auffälligen Adern durchzogenen Flügel bedecken rund 2/3 des Hinterleibs. Von ihrer äußeren Erscheinung her kann die Feldgrille in Schleswig-Holstein mit keiner anderen einheimischen Art verwechselt werden (nur mit ausgesetzten oder verschleppten Grillenarten, vor allem mit der Mittelmeer-Feldgrille).

Der melodische Gesang setzt sich aus „zri…zri…zri-Versen“ zusammen und ist tagsüber und in milden Nächten zu hören. Er erinnert an den Gesang des Heimchens, das allerdings in erster Linie in Siedlungen und auf Deponien anzutreffen ist, während die Feldgrille Sandmagerrasen und -heiden besiedelt.

Ehemals war die Feldgrille im Süden und Südosten Schleswig-Holsteins weit verbreitet und mitunter häufig anzutreffen. Im Zeitraum von 2001 bis 2021 wurde sie nur noch am Schaalsee bei Großzecher sowie im Süden und Südosten Lübecks (Grönauer Heide, Eichholz) festgestellt.

Ausgewachsene Feldgrillen sind in Schleswig-Holstein vor allem im Mai und Juni anzutreffen. Die Tiere legen ca. 40 cm tiefe Wohnröhren an, in die sie bei Gefahr flüchten. Daher sind die Männchen, die gegenüber anderen Männchen ein territoriales Verhalten zeigen, trotz des auffälligen Gesangs kaum zu beobachten. Die Nymphen schlüpfen im Laufe des Sommers und überwintern. Ältere Nymphen legen ebenfalls Wohnröhren an. Die Nahrung der Feldgrille besteht vor allem aus Gräsern und Kräutern, mitunter auch aus kleineren Insekten.

Die Wärme und Trockenheit liebende Feldgrille besiedelt schütter oder mosaikartig bewachsene Bereiche auf sandigen Böden, wo sie meist an südexponierten Stellen ihre Wohnröhren anlegt. Aktuell ist sie von Sandmagerrasen, extensiv genutzten Weideflächen sowie Sandackerbrachen bekannt. Ehemals trat sie auch häufig an sandigen Wegsäumen auf.

Die Feldgrille gilt in Schleswig-Holstein aktuell als vom Aussterben bedroht. Ihre Lebensräume sind einerseits durch die freie Sukzession (beschleunigt durch diffuse Nährstoffeinträge) und andererseits durch eine zu intensive Nutzung oder Pflege bedroht. Da die Art nicht flugfähig ist, wirkt sich zusätzlich die isolierte Lage ihrer Lebensräume negativ aus. 

Feldgrille
Gryllus campestris
© Claus-Peter Troch
Weibchen
Körperlänge18 mm
Vorderflügellänge 22 mm
Länge Larven3cm
Exemplare in S-H250.000
Alter MAX3 Wochen
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