Kleine Königslibelle Anax parthenope (Selys, 1839)

Die Grundfarbe der 6 bis 7,5 cm langen Kleinen Königslibelle ist braun bis grau. Auffällig ist der deutliche Kontrast zwischen den grünen Augen und der braunen Brust. Der Hinterleib ist grau mit gelbem Basalring am zweiten Hinterleibssegment und blauem Sattelfleck auf den Hinterleibsabschnitten zwei und drei, der sich auch auf die Seiten der Segmente erstreckt. Die Weibchen sind etwas dunkler als die Männchen, außerdem ist der Sattelfleck kleiner (auf Hinterleibssegment drei nicht mehr so deutlich). Die Art kann mit der Großen Königslibelle verwechselt werden, bei der aber Brust und erster Hinterleibsabschnitt grün oder grünlich-braun gefärbt sind und bei der höchstens frisch geschlüpfte Exemplare einen gelben Basalring auf dem zweiten Hinterleibssegment aufweisen. Eine Verwechslung der bei uns sehr selten einwandernden Schabrackenlibelle ist ebenfalls möglich, diese Art hat jedoch braune Augen und der Sattelfleck ist auf die Oberseite des Hinterleibs beschränkt.

Die Kleine Königslibelle ist vor allem in der Jungmoränenlandschaft des östlichen Hügellands bis zum Nord-Ostsee-Kanal zu finden, außerdem gibt es Nachweise in der Elbmarsch und im Übergangsbereich von der Geest zur Marsch.

Die Kleine Königslibelle schlüpft ab Mitte Mai und kann bei uns am besten von Anfang Juni bis Ende September beobachtet werden. Die Hauptflugzeit liegt zwischen Ende Juni und Anfang August. Die reifen Männchen führen ausgedehnte Patrouillenflüge entlang der Uferlinie vor dem Röhrichtgürtel durch und setzten sich auch kurzzeitig ab. Die Aktivität kann bis in die Abenddämmerung dauern. Die Paarung beginnt am Wasser, wo die Männchen die Weibchen ergreifen und beide zusammen das Gewässer verlassen. Das Paarungsrad wird im Flug gebildet und dann im Röhricht oder an einem Zweig sitzend fortgesetzt. Die Eiablage erfolgt in der Regel unter Begleitung des angekoppelten Männchens in lebende oder tote Pflanzenteile, entweder bei schwimmenden Substraten in waagerechter Haltung oder bei Halmen in schräger oder senkrechter Position. Die Eiablage kann auch allein erfolgen, dann werden die Weibchen häufig von anderen Männchen, auch von denen der Großen Königslibelle, gestört.

Die Kleine Königslibelle ist eine Charakterart großer Seen mit ausgedehnter offener Wasserfläche, Schwimmblattzone und gut ausgebildeten Röhrichten in der Verlandungszone. Die Beobachtung von Eiablagen in Brackwasserseen als mögliche Fortpflanzungsgewässer wird durch die Besiedlung entsprechender Habitate im Mittelmeerraum gestützt. Die Larven leben auf dem Gewässergrund oder zwischen Wasserpflanzen.

Die Kleine Königslibelle ist in Schleswig-Holstein nicht gefährdet.

Kleine Königslibelle
Anax parthenope
© Andreas Eichler
Körperlänge18 mm
Vorderflügellänge 22 mm
Länge Larven3cm
Exemplare in S-H250.000
Alter MAX3 Wochen
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Literatur

  • ARBEITSKREIS LIBELLEN SCHLESWIG-HOLSTEIN (Hrsg.) (2015): Die Libellen Schleswig-Holsteins. - Natur + Text, Rangsdorf.
  • BROCHARD, C.; D. GROENENDIJK; E. VAN DEN PLOEG & T. TERMAAT (2012): Fotogids Larvenhuidjes van Libellen. – KNNV Uitgeverij, Zeist. 
  • BROCKHAUS, T.; H.-J. ROLAND; T. BENKEN; K.-J. CONZE; A. GÜNTHER; K.G. LEIPELT; M. LOHR; A. MARTENS; R. MAUERSBERGER; J. OTT; F. SUHLING; F. WEIHRAUCH & C. WILLIGALLA (Hrsg.) (2015): Atlas der Libellen Deutschlands. - Libellula Supplement 14. 
  • DIJKSTRA, K.-D. B. / SCHRÖTER, A. (Hrsg.) (2021): Libellen Europas. Ein Bestimmungsführer. – Haupt-Verlag, Bern. (überarbeitete Neuauflage) 
  • PETERS, G. (2006): Die Edelibellen Europas. -  Neue Brehm-Bücherei Bd. 585; VerlagsKG Wolf, Magdeburg. 
  • WILDERMUTH. H. & A. MARTENS (2019): Die Libellen Europas. Alle Arten von den Azoren bis zum Ural im Porträt. – Quelle & Meyer, Wiebelsheim.

Bildmaterial:


Text: A. Bruens, Foto: A. Eichler